Wie Sollte Nach Ansicht Der Aufklärer Die Macht Im Staat Verteilt Sein?

Wie Sollte Nach Ansicht Der Aufklärer Die Macht Im Staat Verteilt Sein
Gewaltenteilung Gewaltenteilung, die Aufteilung staatlicher Gewalt. Nach den Vorstellungen des englischen Philosophen John Locke (*1632, †1704) sollte die Staatsgewalt zweigeteilt werden, um Machtmissbrauch zu vermeiden. Der französische Staatstheoretiker Charles de Montesquieu (*1689, †1755) unterschied drei Arten von Staatsgewalten: die gesetzgebende Gewalt, die ausführende Gewalt und die richterliche Gewalt.

  • Im hatte der Herrscher alle drei Gewalten in seiner Hand vereinigt.
  • Zu den Forderungen der gehörte, dass die Gewalten auf verschiedene Schultern verteilt werden sollten.
  • Die Gesetzgebung (Legislative) sollte durch ein vom Volk oder Teilen des Volks gewähltes erfolgen, das über Gesetze, Steuern, Krieg und Frieden abstimmt.

Die ausführende Gewalt (Exekutive) sollte der Regierung überlassen bleiben. Die vom Volk direkt oder vom Parlament gewählte Regierung sollte die vom Parlament beschlossenen Gesetze ausführen. Davon unabhängig sollte die höchste richterliche Gewalt (Judikative oder Jurisdiktion) bei einem obersten Gerichtshof liegen.

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Learnattack v1.30.3, © 2022 : Gewaltenteilung

Warum haben die Aufklärer die bisherige Ordnung im Staat kritisieren?

Sich seines Verstandes (ohne Leitung eines anderen) bedienen. Welche neue Denken begann mit der Aufklärung? 1. Beispiel: 1. Galileo erklärt aufgrund Beobachtungen der Jupitermonde die Bewegung der Planeten? um die Sonne☀️ Kepler erkannte, nach welchen Gesetzen? sich die Planeten bewegen. Newton leitete aus Bewegungen?‍♀️ der Planeten die Gesetze der Schwerkraft?? ab. Guericke erkannte, dass sich Gase ? beim erwärmen ? ausdehnen und die Wirkung des Vakuuns. Zähle auf woran die Aufklärer Kritik übten und welche Ziele sie hatten. Sie übten Kritik an der Kirche und der gottgewollten Herrschaft der Könige und Fürsten. Alle Menschen sollten ermutigt werden, ihren eigenen Verstand zu gebrauchen. Das ist nur durch Bildung möglich. Von gebildeten Menschen versprachen die Aufklärer auch eine bessere Welt ? Alte und neue Denkweise: Rationalismus. Alt: Mensch und Natur müssen als Werke Gottes nicht erklärbar sein. Neu: Durch Vernunft und Experimente kann man den Dingen auf den Grund gehen (Rationalismus) Alte und neue Denkweise: Atheismus Alt: die Bibel darf als Wort Gottes nicht angezweifelt werden. Neu: die Bibel ist von Menschen geschrieben, folglich kann sie irren. Gott existiert vllt gar nicht. (Atheismus) Wieso kritisieren die Aufklärer die bisherige Ordnung im Staat?: 1) weil die Könige und Fürsten behaupten von Gott als Herrscher eingesetzt zu sein.2) Weil niemand als Untertaten eines anderen geboren ist.3) weil die Ordnung in der Gesellschaft von den Menschen selber geschaffen worden sein muss. Erkläre dieses Begriff: Gewaltenteilung Gewaltenteilung: Niemand soll zu viel Macht haben. (Montesquieu’s Aufteilung: Parlament, Regierung und Gericht) Erkläre dieses Begriff: Widerstandsrecht Ein Volk darf sich gegen seinen Herrscher auflehnen (Wenn dieser gegen die Rechte seiner Untertaten verstösst) Was haben die Aussagen von Diderot und Rousseau gemeinsam? 1) Jeder Mensch ist frei geboren.2) Herrschaft bedarf einer Übereinkunft. Was haben die Aussagen von Diderot und Rousseau unterschiedlich? -> Diderot bezeichnet die Herrschaft ohne Übereinkunft als Gewaltherrschaft. -> Rousseau fordert in diesem Fall die Revolution. Warum liessen die Könige manche Aufklärer verhaften? Die Aufklärer stellten die Rechtsmässigkeit des Herrschaftsanspruch infrage. Das machte sie für Könige zu Gefahr. Was passiert an diesen Folgenden Jahren: 1789, 1798, 1815, 1848, 1891 1789: Die französische Revolution beginnt und stürzt die alte Herrschaft.1798: Frankreich greift ein, Helvetische Republik entsteht.1815: Wiener Kongress 1848: Der Bundesstaat Schweiz entsteht.1891: Geburt des Nationalfeiertags. Gesetzgebende Gewalt (=Parlament) Ausführende Gewalt (=Regierung) Richterliche Gewalt (=Gerichte) Meinung und glauben anderer Respektieren: Rechte, die allen zustehen: Wahlspruch, Immanuel Kant 1793 “habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.” Nenne zwei Beschlüsse der Nationalversammlung vom August 1789, die das Ende der alten Ordnung in Staat und Gesellschaft bedeuteten.1) Adel und Klerus verzichteten auf ihre Privilegien.2) Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Warum stürmten die Bauern im Sommer 1789 die Schlösser des Landadels.1) die Bauern ?‍? hungerten? 2) sie wollten nicht mehr 3fache Steuerlast ? bezahlen. Beschreibe, wie sich Frauen an der Revolution Beteiligten. Nachdem die Frauen in “marsch nach Versailles” bewirkten, nahm der König die Nationalversammlung ernst und er stand unter Kontrolle des Volkes. Womit war das Volk in Frankreich 1788 unzufrieden? 1) Missernten 2) Brotpreis 3) Getreideversorgung unsicher gestellt.4) Arbeitslosigkeit 5) Privilegien des 1.+2.Standes ungerecht Warum wollte XIV die Steuern erhöhen? 1) Frankreich war verschuldet.2) Verschuldete Zinsen machten Hälfte des Ausgaben aus.3) es droht der Staatsbankrott.1) Die Bauern und Bürger wollen nicht mehr allein die Steuerlast tragen.2) Adel und Klerus wollen nicht auf ihre Privilegien verzichten. Wer kam ganz oben in der Ständegesellschaft? Wer war 1. Stand? Wer war 2.Stand? Und wer war 3.Stand? Ganz oben: Ludwig XIV und seine Familie 1. Stand: Klerus: Priester, Bischof 2. Stand: Adel: Herzog, Graf, Fürsten.3. Stand: Bauer, Marktfrau, Kaufmann, Arzt, Handwerker. Wer ist Legislative der Schweiz? Wer ist Legislative des Kanton BL CH: Nationalrat BL: Landrat Wer ist Executive CH und BL CH: Bundesrat BL: Regierungsrat Wer ist Judikative der CH/BL CH: Bundesgericht BL: Kantonsgericht

Welche Gewalten unterscheiden die Aufklärer im Staat?

Französische Revolution: Die Aufklärer Artikel bewerten: Durchschnittliche Bewertung: 3.56522 von 5 bei 69 abgegebenen Stimmen. Ihr Ziel ist gleich: weniger Macht für den König, mehr Macht fürs Volk. Der Weg dorthin ist allerdings unterschiedlich: Montesquieu (eigentlich Charles de Secondat, Baron de Montesquieu) – geboren 1689, gestorben 1755 – ist ein Vordenker der Aufklärung.

  1. Er will die Macht, die bis dahin allein beim König liegt, aufteilen: Der die Gesetze erlässt (Gesetzgebung = Legislative) soll ein anderer sein, als der, der für ihre Einhaltung sorgt (Regierung, aber auch Polizei = Exekutivei).
  2. Wiederum jemand anderes soll für die Bestrafung bei Nichteinhaltung der Gesetze sorgen (Gerichte = Judikative).

Diese so genannte Gewaltenteilung ist heute ein wichtiges Erkennungszeichen jeder wirklichen Demokratie.

Rousseau Voltaire (eigentlich François-Marie Arouet, geboren 1694, gestorben 1778) kämpft – anders als Rousseau – nicht für die Gleichheit von Besitz und Status, sondern für die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz.

(geboren 1712, gestorben 1778) sieht Privateigentum als Ursache für die Ungleichheit unter den Menschen an. Jean-Jacques Rousseau ist mit dieser These nicht nur wichtiger Impulsgeber für Frankreichs Revolutionäre, sondern auch Vorreiter des europäischen Sozialismus. : Französische Revolution: Die Aufklärer

Was haben die Aufklärer kritisiert?

Die europäische Aufklärung: Das Zeitalter der Vernunft Als europäische Geistesströmung prägte die Aufklärung vor allem in Deutschland, Frankreich und England das 18. Jahrhundert. Sie stand unter dem Eindruck der vorausgegangenen naturwissenschaftlichen Umwälzungen (GALILEI, KEPLER, NEWTON, HUYGENS, LAPLACE) und erschütterte das bis dahin vorherrschende scholastische Welt- und Denkbild einer auf Gott gegründeten natürlichen Ordnung.

  • Durch ihre Kritik der traditionellen, meist religiös bedingten Vorurteile wollten die Aufklärer die menschliche Vernunft aus der Abhängigkeit von Kirche und Staat befreien.
  • Den langen Schatten des Mittelalters, die ihrer Ansicht nach das Denken verdunkelten, hielten sie das Licht einer sich selbst bestimmenden Vernunft und die Ideale von geistiger Freiheit, Gleichheit, Bildung und Toleranz entgegen.Das aufklärerische Denken beruft sich zur Begründung seiner Erkenntnisse auf Methoden der Naturwissenschaften.

Beobachtung, Erfahrung und methodisches Vorgehen sollen den Erkenntnissen Allgemeingültigkeit sichern und sie ebenso allgemein überprüfbar machen. Mit dem Anspruch auf Allgemeingültigkeit wandten sich die Aufklärer an eine gebildete Öffentlichkeit, die zwar noch zahlenmäßig klein, aber äußerst aktiv war.

Ihren Kern bildete das sogenannte „neue Bürgertum”, das in Preußen hauptsächlich Beamte, Professoren, Offiziere und fortschrittliche Adlige umfasste.Die Grundsätze der Aufklärung prägten das Selbstverständnis der bürgerlichen Kultur und ersetzten in weiten Teilen Deutschlands die fehlende politische Mitbestimmung.

In Büchern, Zeitschriften, Diskussionsrunden (z.B. den berühmten Salons von HENRIETTE HERTZ und RAHEL VARNHAGEN), sowie in Lese- und Geheimgesellschaften (Logen) wurde die Verbreitung aufklärerischer Gedanken vorangetrieben.Zu den Hochburgen der Aufklärung zählten die Akademie- und Universitätsstädte – im Falle Preußens: Berlin, Halle, Frankfurt/Oder und Königsberg.

Was verlangten die Aufklärer?

3. Staat – Wie bereits angesprochen hatte die Aufklärung vor allem Einfluss auf die bis anhin herrschenden Staatsformen, wie etwa dem absolutistischen System. Es kamen Ideen auf, wie jene des Gesellschaftsvertrags (Locke; Volkssouveränität, siehe auch 1.) oder von der Dreiteilung der herrschenden Gewalt in eine exekutive (ausführende), legislative (gesetzgebende) und eine judikative (richterliche) Instanz (Montesquieu).

  • Die Wirkkraft der aufklärerischen Ideen hatte also, wie gesagt, einen ungeheuren Einfluss auf die bis anhin herrschenden Staatssysteme und führten u.a.
  • Zum sogenannten aufgeklärten Absolutismus.
  • Der Landesherr galt zwar immer noch als absoluter Herrscher, doch sollte dieser seine Tätigkeit in den Dienst des Staatszweckes stellen.

Den Wohlstand und das Glück seiner Untertanen zu fördern, dies sollten seine Pflichten sein, sowie die Unterwerfung des gesamten Verwaltungsapparates einem vernünftigen Nützlichkeitsdenken. Schon fast extrem war das Demokratieverständnis von Jean-Jacques Rousseau.

Für ihn stand die „Volonté Générale” im Mittelpunkt, also der Allgemeinwille, der das schlechthin Gute darstelle. Er lehnte die Gewaltenteilung und die Vertretung des Volkes durch Parteien und Parlamente ab, denn diese förderten lediglich die Entstehung von „volontés particulières”. Wenn alle Menschen den Allgemeinwillen teilten, so seien alle Menschen frei, da ja nur angeordnet würde, was alle wollten.

Somit gelten Rousseaus Theorien auch als Grundlage des Totalitarismus, wie er ja vor allem im 20. Jahrhundert, etwa in Deutschland (Drittes Reich und dann später auch in der DDR), angewendet wurde: Es gilt genau eine Ideologie, gegen welche keine Opposition geduldet wird.

Gegen den Zwang des Absolutismus entstand aus dem Glauben an die Allgemeingültigkeit menschlicher Vernunftserkenntnis und an die unabdingbare Berechtigung ihrer freien und uneingeschränkten Betätigung und Verwirklichung der Liberalismus, eine freiheitliche und freisinnige Welt-, Staats- und Wirtschaftsanschauung.

Weiter entstand der Begriff des Wohlfahrtsstaats. Mit der historischen Erscheinungsform ist der Patriarchalstaat des 17. und 18. Jahrhunderts gemeint. Unter „Wohlfahrt” wird das „allgemeine Wohl” verstanden, das die Betonung der ständischen Privilegien einschloss.

Was sind die Ideale der Aufklärung?

Die Aufklärung: Epoche im Überblick –

  • Die Aufklärung richtete sich gegen Vorurteile, Aberglaube und Willkürherrschaft,
  • Ziel war die Selbstbestimmung des Individuums als mündiger Bürger.
  • Die Vernunft war das wichtigste Instrument, mit dem der Mensch sich aus seiner Unmündigkeit befreien sollte.
  • Das Licht war das Symbol der Aufklärung.
  • Die Vertreter der Aufklärung forderten Freiheit, Toleranz und übten Kritik an der bestehenden Ordnung.
  • Das Bürgertum emanzipierte sich,
  • Die Epoche der Aufklärung endete mit der Französischen Revolution 1799,

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Was ist der Grundgedanke der Aufklärung?

Auf vielen Ebenen fanden Veränderungen und Umschwünge statt, denn es wurden gesellschaftliche und traditionelle Dinge öffentlich hinterfragt. Als Grundgedanke hatte die Epoche der Aufklärung die Emanzipation des Menschen, seines Verstandes und so seiner Fähigkeit selbstständig zu denken.

Wie lautet die Botschaft der Aufklärung?

Französische Revolution: Aufklärung Artikel bewerten: Durchschnittliche Bewertung: 3.95146 von 5 bei 103 abgegebenen Stimmen. Aufklärung – Mitte des 18. Jahrhunderts bedeutet das: seinen Verstand einsetzen und alles kritisch hinterfragen anstatt – wie bis dahin üblich – alles als gottgegeben hinnehmen. Auslöser dieser Zeit der “Aufklärung” sind zahlreiche Schriftsteller und Philosophen in Frankreich und in ganz Europa (wie hier im Bild Voltaire).

  • Sie üben Kritik am politischen System und der alleinigen Macht des Königs, entwickeln neue Ideen der Staatsführung.
  • Das Volk verinnerlicht die Gedanken der “Aufklärer”, verändert sein Bewusstsein, ist nicht mehr obrigkeitshörig und will die Ungerechtigkeiten nicht mehr länger akzeptieren.
  • Dieser Geist der Aufklärung – auch er trägt wesentlich zum Ausbruch der Französischen Revolution bei.

: Französische Revolution: Aufklärung

Wie begründen die Aufklärer das Widerstandsrecht?

Einleitung – Die rechtsphilosophische Auseinandersetzung mit diesem Gedanken wird seit der Antike betrieben und hatte ihren Ausgangspunkt in dem Streit um die Legitimation des Tyrannenmordes, Von da an wurde die Diskussion zusehends abstrahiert und es entwickelte sich der abstrakte Gedanke eines allgemeinen übergesetzlichen Widerstandsrechts.

  • Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Auseinandersetzung mit der Legitimation geschriebenen Rechts und die Frage nach einem allgemeinen übergesetzlichen Prinzip, dem sich alles geschriebene Recht unterzuordnen habe.
  • In der Antike erhoben die Sophisten bereits den Einwand, geschriebenes Gesetz sei nur Ausgeburt der Macht und könne für sich gesehen keine Legitimation beanspruchen, nur weil es eben geschrieben stehe.
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Demgegenüber bildete sich der Rechtspositivismus heraus, der seinerseits die Legitimation von Gesetzen rein in ihrer Positivierung begriff und Legitimation auch nur aus geschriebenem Recht herleiten wollte. Auf der Suche nach einem allgemeinen übergesetzlichen Rechtsprinzip prägte Aristoteles den Begriff des Höchsten Guts, von anderen (z.B.

  1. Der Stoa ) wurde das Naturrecht als Legitimationsquelle bemüht, auch das göttliche Recht (jus divina) wurde herangezogen.
  2. Das Postulat eines allgemeinen Widerstandsrechts ist eine Folge dieser Erkenntnisse: Geschriebenes Recht und Gesetz muss sich an der Freiheit (die nicht als bloße Abwesenheit von Zwang verstanden werden will) messen lassen können.

Wer also die Freiheit beseitigen will, beseitigt den allgemeinen Maßstab, nach dem nur Recht recht(ens) sein kann (dieses Wortspiel ist in der Tat in der Rechtsphilosophie immer wieder bei der Frage „quid sit iuris” gespielt worden). Im deutschen Verfassungsrecht wird diese Freiheit als freiheitliche demokratische Grundordnung beschrieben und fußt ihrerseits nach dem Grundgesetz auf den in den Art.1 und Art.20 GG niedergelegten, eingangs genannten Grundsätzen.

So steht also jedem Deutschen – das Widerstandsrecht ist eben nicht als Menschenrecht konzipiert, sondern als Bürgerrecht – das Recht zu, Widerstand in den genannten Formen zu leisten, wenn diese Grundsätze beseitigt werden sollen und andere Abhilfe nicht möglich ist. Von der Herleitung verschieden, aber im Ergebnis gleich hat es auch andere philosophische Ansätze gegeben.

Montesquieu formulierte das 1721 in den Persischen Briefen so: Wenn ein Fürst, weit davon entfernt, seine Untertanen glücklich leben zu lassen, sie unterdrücken und vernichten will, so endet die Grundlage des Gehorsams ; nichts bindet sie mehr, nichts knüpft sie mehr an ihn; und sie kehren wieder in ihre natürliche Freiheit zurück.1776 wird in der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung die Loslösung von der britischen Krone mit dem Widerstandsrecht begründet, welches auf den Calvinismus und den englischen Aufklärer John Locke zurückgeht.

Was ist die Aufklärung einfach erklärt?

Aufklärung Epoche einfach erklärt – im Video zur Stelle im Video springen (00:15) Die Epoche der Aufklärung betrifft ungefähr den Zeitraum von 1720 bis 1800, Die zentrale Entwicklung war das Streben nach Freiheit und Vernunft, Jeder Mensch sollte seinen Verstand gebrauchen und sich so aus seiner eigenen Unfreiheit befreien.

Die Vertreter der Aufklärung kamen vor allem aus dem Bürgertum und lebten in ganz Europa. Viele von ihnen setzten sich gegen vorherrschende Machtverhältnisse ein. Dieses Bestreben führte letztendlich zur Französischen Revolution, Das Symbol der Aufklärung ist das Licht : Auf Französisch heißt die Epoche deshalb siècle des Lumières (Jahrhundert der Lichter) und auf Englisch enlightenment (Erleuchtung).

Das Licht der Erkenntnis soll im übertragenen Sinne Licht ins Dunkel des Mittelalters bringen. Die Aufklärung wird deshalb auch oft als Anbruch der modernen Zeit angesehen. Aufklärung Definition Die Aufklärung war eine Epoche im 18. Jahrhundert. Die europaweite bürgerliche Bewegung stand vor allem für die Ideale der Vernunft und der Freiheit. direkt ins Video springen Zeitstrahl literarische Epochen (bis 1920) Steckbrief Aufklärung – Merkmale im Überblick

Zeitraum: 1720-1800 Einordnung: zwischen Barock und Sturm und Drang Geschichte: vergangene Kriege und Glaubenskonflikte, Säkularisierung, Absolutismus, Verstädterung und Emanzipation des Bürgertums Weltbild: selbstbestimmtes Individuum, Erziehbarkeit des Menschen, Abschaffung der Ständegesellschaft, Bürgerrechte, Freiheit, Toleranz Themen: menschlicher Verstand, kritisches Denken Literatur: Vermittlung der aufklärerischen Ideale, Erziehung, Nützlichkeit, hauptsächlich Dramen Vertreter: Lessing, Gottsched, Wieland, Kant, Rousseau, Voltaire Folgen: Säkularisierung, Französische Revolution, weitere Aufstände

Ist die Aufklärung heute noch aktuell?

Philosophisches Frühstück mit Dr. Gerhard Engel – Mehr als 200 Jahre nach Kants berühmtem Diktum vom “Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit”: Haben wir den Übergang in ein aufgeklärtes Zeitalter geschafft? Nach Kants berühmter Definition von 1784 ist Aufklärung „der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit”.

  • Aufklärung sei also ein Prozess, kein Zustand: Kant betonte, dass man keineswegs schon in einem „aufgeklärten Zeitalter” lebe, sondern allenfalls in einem „Zeitalter der Aufklärung”.
  • Wie steht es damit heute? Leben wenigstens wir in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften in einem „aufgeklärten Zeitalter”? Diese Frage wird durchaus kontrovers diskutiert.

Wir müssen uns also zunächst einige grundsätzliche Fragen stellen: Was bedeutet überhaupt „Aufklärung”? Welche Traditionslinien können wir hier unterscheiden? An wen wendet sie sich? Am Beispiel einiger aktueller politischer Kontroversen (u.a. Klimawandel, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Entwicklungshilfe und Migration) wird außerdem gezeigt, dass es gar nicht so einfach ist, einen „aufgeklärten” Standpunkt zu identifizieren, und dass sogar die individuelle und gesellschaftliche Bereitschaft abnimmt, einen aufgeklärten Standpunkt zu entwickeln.

Die Aufklärung bleibt also weiterhin ein Programm, das unvollendbar ist und daher immer aktuell bleiben wird. Gerhard Engel ist Philosoph, Präsident der Humanistischen Akademie Bayern und Präsidiumsmitglied der Humanistischen Akademie Deutschland sowie Mitherausgeber der Zeitschrift Aufklärung und Kritik.

Zudem ist Engel Mitglied im »Komitee für die Einheit der Wissenschaft und ein echtes Studium generale« in der Schweiz. Seine Arbeitsgebiet umfasst Themen des (u.a. evolutionären) Humanismus, der Kulturund Metaphilosophie, der Politischen Philosophie sowie der Wirtschaftsethik.

Was wollen die Aufklärer?

Mit alten Vorstellungen brechen – Das Bild zeigt den Physiker Galileo Galilei, der im 17. Jahrhundert von der Kirche angeklagt wurde, weil er behauptete, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Wikipedia Man war bestrebt, sich von alten Denkweisen und früheren Vorstellungen zu befreien.

  1. Die Menschen sollten – anders als früher – ihren Kopf benutzen und nichts als gegeben hinnehmen, ohne es mittels der Vernunft zu hinterfragen.
  2. Dies richtete sich vor allem gegen blinden Gehorsam gegenüber der Kirche und anderen Obrigkeiten, gegen Vorurteile und Aberglauben wie zum Beispiel den Hexenwahn,

In den Augen der Aufklärer war allein der Verstand in der Lage, die Wahrheit ans Licht zu bringen und Vernunft und Freiheit das richtige Mittel, um die Menschen von Unterdrückung und Armut zu erlösen. Ein wichtiger Faktor war dabei die Bildung, denn ein Spruch, den wir heute noch kennen, war ebenfalls einer der Leitsätze der Aufklärung: “Wissen ist Macht”.

  • Dieser Satz wurde vom englischen Philosophen Francis Bacon geprägt und bedeutet, dass es einem Menschen erst durch Bildung und Wissen ermöglicht wird, seinen Verstand zu benutzen und eine eigenständige und unabhängige Person zu werden.
  • Bildung und Wissenschaft sollten gefördert und vor allem in allen Schichten der Bevölkerung verbreitet werden.

Die Aufklärer wollten Freiheit und Gleichheit für die Menschen sowie Toleranz gegenüber anderen Religionen – eine Forderung, die in der damaligen Gesellschaft äußerst neuartig und einschneidend war.

Was bedeutet es ein aufgeklärter Mensch zu sein?

Was ist aus Kants Idee der Aufklärung geworden? – Ein Gedankenspaziergang durch die sogenannte aufgeklärte westliche Welt Ein Essay als Prüfungsleistung für das Seminar Kultur und Bildung (Soz-SM 01) bei Dr. Ehrhardt Cremers Nach Immanuel Kant ist die Sache mit der Aufklärung an sich keine besonders komplizierte: Alles was es braucht, um ein aufgeklärter Mensch zu sein, ist die Benutzung des eigenen Verstandes ohne Führung durch einen Dritten.

  • Selbständiges Denken also ist es was Aufklärung ausmacht.
  • Damit dieser Prozess in Gang gesetzt werde, hat Kant sich gedacht, dass es ein Freiheitsrecht braucht, das den öentlichen Gebrauch des eigenen Verstandes ermöglicht.
  • Dieses Recht kennen wir heute als das Recht auf freie Meinungs- äuÿerung.
  • Weiterhin stellte Kant sich Aufklärung so vor, dass nicht jedes Individuum für sich beginnt selbständig zu denken, da dazu ihm zufolge den meisten der Mut fehle, sondern einzelne Vormünder zur Überzeugung kämen, es sei für alle Beteiligten von Vorteil, wenn jeder Mensch selbständig denke und sie daher ihren Untertanen die Freiheit dazu lassen und sie gewissermaÿen dazu anleiten ihren eigenen Verstand zu gebrauchen.

Kant wünschte sich demnach also eine gesamtgesellschaftliche Aufklärung, nicht bloÿ eine der Bildungseliten oder ähnliches. Interessant ist Kants Di erenzierung zwischen öentlichem Gebrauch seines Verstan- des und privatem: So ndet er ersteren für die Aufklärung unverzichtbar, solange man als Privatgelehrter zur Öentlichkeit, also nicht bloÿ zu seinem Stammtisch oder einem erlesenen Zuhörerkreis, spricht.

Der private Gebrauch des Verstandes darf, wenn es nach ihm geht, jedoch durchaus eingeschränkt werden, ohne damit dem Geiste der Aufklärung zu widersprechen. Kant ist der Ansicht, dass Ämter und Berufsrollen prinzipiell kritiklos ausgeführt werden sollten, da dies zum Funktionieren des Staates notwendig sei.

Hat jemand etwas an seinem Beruf, beziehungsweise innerhalb seines Berufs zu kritisieren, nehmen wir zum Beispiel einen Berufssoldaten, der von seinen Vorgesetzten in einen sinnlosen Krieg geführt werden soll, so hat dieser Soldat zunächst seine Rolle zu ende auszuführen, bevor er sich dann auÿerhalb seiner Dienstzeit an die Öentlichkeit wenden und seine Kritik äuÿern kann.

Besonders vernünftig klingt das zunächst nicht, da Kritik an sich ja unabhängig von der Situation in der sie geäuÿert wird entweder zutri t oder dies nicht tut (vgl. Kant 1784). Heutzutage wird Aufklärung vor allem als Alleinstellungsmerkmal westlicher, demo- kratischer und säkularisierter Gesellschaften hervorgehoben, wenn in öentlichen Debat- ten mal wieder die Frage aufkommt, warum manche Gesellschaften im nahen Osten eben nicht so demokratisch und säkular organisiert sind, wie die zuerst genannten.

Oftmals heiÿt es dann, diese Gesellschaften müssten erst noch die Aufklärung nachholen, die Zu- stände in ihnen seien mittelalterlich, wobei gerne übersehen wird, dass manche Länder des nahen Ostens von den sogenannten aufgeklärten westlichen Mächten nicht nur ins Mittelalter, sondern quasi bis in die Steinzeit zurück gebombt wurden.

  • Diese Spielart des Kulturchauvinismus soll allerdings nicht näher behandelt werden, sondern stattdessen sei der Blick auf die angeblich aufgeklärte deutsche Gesellschaft geworfen, die ja bekanntlich zur westlichen Welt gezählt wird.
  • In einer aufgeklärten Gesellschaft müsste es von mündigen Bürgern nur so wimmeln, die zum Wohle der All- gemeinheit in öentlichen Diskursen Themen besprechen, die für die Gesellschaft als ganze von Belang sind.

Die Menschen wären immun gegen Religionen und Ideologien, die ihnen das selbständige Denken abgewöhnen oder unmöglich machen könnten, Wis- senschaft und Technik, als Mittel und Werkzeuge zum besseren Verständnis der Welt würden ohne Unterlass vorangetrieben.

Die mündigen Bürger, wenn man sie in der Breite der Gesellschaft sucht, ndet man heute wohl vor allem in den Leserbriefrubriken tagesaktueller und wöchentlich erscheinender Zeitungen sowie Zeitschriften, oder in den entsprechenden Kommentarbereichen der Webpräsenzen dieser Printmedien, dazu in Blogs und Webforen; kurz gesagt überall dort, wo man ungefragt und ungehindert seine Meinung kundtun kann, ohne für die jeweiligen Inhalte verantwortlich gemacht zu werden.

Angesichts des häu g eher polemischen Tons und der teilweise reaktionär anmutenden Ansichten, die dort vertreten werden, haben diese mündigen Bürger allerdings kein wirklich groÿes Publikum, auch wenn sie rein technisch wohl Millionen erreichen könnten.

  • Anders sieht es aus, wenn man sich damit zufrieden gibt, in den oberen Schichten der Gesellschaft nach jenen zu schauen, die gesellschaftliche Diskurse vorantreiben.
  • Feuilletonisten, Künstler, Schriftsteller, Schauspieler, jene die man gemeinhin Intellektuelle nennt, wenden sich häu g an dieÖentlichkeit und werden dank ihrer Bekanntheit meist auch entsprechend rezipiert.

Allerdings werden manche öentlichen Stellungnahmen, wie solche von Jean Ziegler oder weiland Pierre Bourdieu, besonders dann, wenn sie vom vorherrschenden Meinungsbild abweichen, nahezu ignoriert. Dabei lassen besonders solche Äuÿerungen ja vermuten, dass sie das Produkt eigener Überlegungen sind.

Andere Intellektuelle, wie Günter Grass, können selbst Gedichte veröentlichen, die keine sind, zu einem Thema das sich in so kurzer Form auch nur dann behandeln lässt, wenn man es dabei belässt die allerschlichtesten Gedanken zu äuÿern. Mit einer aufgeklärten Gesellschaft hat dies nun aber auch nichts zu tun, Kant wollte eine gesamtgesellschaftliche Aufklärung und keine Ansammlungen von Wutbürgern die Leserbriefe verfassen, oder eine Elite von Gebildeten, die von Zeit zu Zeit von ihrem Elfenbeinturm zum einfachen Volke sprechen.

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Wobei trotz aller Polemik diesen beiden Phänomenen nicht die Existenzberechtigung abgesprochen werden soll. Besonders die öentliche Äuÿerung Intellektueller kann Vorteile haben, wie schon Emile Zolas Schrift mit dem Titel J’accuse zur Dreyfus-Affäre zeigte.

  • Von mündigen Bürgern könnte auch erwartet werden, dass sie die Möglichkeiten demo- kratischer Partizipation zumindest kennen, wenn nicht gar nutzen.
  • Tatsächlich werden unzählige Petitionen und Unterschriftenlisten bei entsprechenden Stellen eingereicht, in der Ho nung so ein wenig Ein uss auf die Gesetzgebung nehmen zu können.

Jedoch haben die wenigsten Erfolg, da sie nicht in genügend groÿer Zahl unterzeichnet wurden, oder die Berücksichtigung dieser einfach nicht verp ichtend ist. Für viele Menschen ist jedoch schon der regelmäÿige Urnengang von vollkommen zu vernachlässigender Relevanz, was die teilweise erschreckend niedrigen Wahlbeteiligungsquoten verdeutlichen.

  1. Es tut sich der Gedanke auf, dass Deutschland weniger aus Überzeugung demokratisch ist, als aus Gewohnheit.
  2. So scheint es, als sei Deutschland weniger ein aufgeklärtes Land, als eines, dass die Epoche der Aufklärung hinter sich hat, dieses Erbe aber keineswegs zu bewahren sucht.
  3. Der Gedanke der Aufklärung konnte sich selbstverständlich nicht ohne weiteres von Generation zu Generation weitertragen.

Stattdessen hätte es zum Beispiel eines Bildungssystems bedurft, dass nicht ausschlieÿlich danach geformt wurde, aus Schülern und Studenten möglichst schnell wirtschaftlich verwertbares Humankapital zu machen, nach unterschiedlichen Verwertbarkeitsgraden zu di erenzieren und diejenigen die nicht zu gebrauchen sind, ohne weiteres auszulesen.

  • Die primäre Aufgabe hätte sein müssen, den Schülern und Studenten selbständiges Denken beizubringen.
  • Dazu benötigt es jedoch Zeit, Personal und möglicherweise auch andere Wege der Leistungsermittlung als ein schlichtes Notensystem.
  • Statt im Dienste der Aufklärung zu stehen, hat sich das Bildungssystem also dem Kapitalismus als Steigbügelhalter angedient.

Statt etwas für Menschen aus Fleisch und Blut zu bewirken, ging es um Absolventenzahlen und vergleichbare Abschlüsse. Angesichts des Wohlstands unserer Gesellschaft stellt sich allerdings die Frage, ob dieser Mangel an selbständig denkenden Menschen überhaupt ein Problem darstellt, oder der Erfolg der Unmündigkeit recht gibt.

  • Vielleicht ist der Gedanke der Aufklärung schon längst obsolet und nur noch ein Hirngespinst anachronistischer Idealisten, die sich einbilden, die Welt würde zu einer besseren, wenn man nur ordentlich über sie nachdenken könne.
  • Ende der Leseprobe aus 5 Seiten Details Titel Was ist aus Kants Idee der Aufklärung geworden? Untertitel Ein Gedankenspaziergang durch die sogenannte aufgeklärte westliche Welt.

Hochschule Technische Universität Dresden (Institut für Soziologie) Veranstaltung Seminar: Kultur und Bildung Note 2,3 Autor Boris Reinecke (Autor:in) Jahr 2012 Seiten 5 Katalognummer V215921 ISBN (eBook) 9783656445012 Dateigröße 421 KB Sprache Deutsch Schlagworte kants, idee, aufklärung, gedankenspaziergang, welt Preis (Ebook) 5.99 Arbeit zitieren Boris Reinecke (Autor:in), 2012, Was ist aus Kants Idee der Aufklärung geworden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215921

Welche Forderungen stellten die Aufklärer?

Der Begriff Aufklärung bezeichnet die um das Jahr 1700 einsetzende Entwicklung, durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden. Es galt, Akzeptanz für neu erlangtes Wissen zu schaffen – etwa für jenes, das im Zuge der naturwissenschaftlichen Revolution im 16.

  • Und 17. Jahrhundert gewonnen wurde.
  • Seit etwa 1780 bezeichnet der Terminus auch diese geistige und soziale Reformbewegung, ihre Vertreter und das zurückliegende Zeitalter der Aufklärung ( Aufklärungszeitalter, Aufklärungszeit ) in der Geschichte Europas und Nordamerikas,
  • Es wird meist auf etwa 1650 bis 1800 datiert.

Aufklärung und Barock, die oft als Gegensätze gesehen werden, entwickelten sich über Jahrzehnte zeitgleich im gleichen geografischen Raum. Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, mit der man sich von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen und Ideologien gegen den Widerstand von Tradition und Gewohnheitsrecht befreien will.

Dazu gehörte im Zeitalter der Aufklärung der Kampf gegen Vorurteile und die Hinwendung zu den Naturwissenschaften, das Plädoyer für religiöse Toleranz und die Orientierung am Naturrecht, Als eines der Hauptwerke der Aufklärung galt die von den Enzyklopädisten Denis Diderot und D’Alembert herausgegebene 36-bändige Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers,

Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit ( Emanzipation ), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht. Insbesondere Olympe de Gouges setzte sich für die Frauenrechte ein.

Condorcet wollte das allgemeine Wahlrecht auch den Frauen gewähren. Viele Vordenker der Aufklärung waren fortschrittsoptimistisch und nahmen an, eine vernunftorientierte Gesellschaft werde die Hauptprobleme menschlichen Zusammenlebens schrittweise lösen. Dazu vertrauten sie auf eine kritische Öffentlichkeit,

Aufklärerische Impulse beeinflussten Literatur, Schöne Künste und Politik, etwa die Amerikanische Revolution von 1776 und die Französische Revolution von 1789. Sie trugen zu einem andauernden Rationalisierungsprozess von Politik und Gesellschaft bei, so dass die Aufklärung zu einem Kennzeichen der Moderne wurde.

Ritik an dem „Vernunftglauben” entstand seit etwa 1750 unter den Aufklärern selbst, dann im Sturm und Drang und in der Romantik, aber auch im Skeptizismus und dem sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts formierenden politischen Konservatismus, Seit 1945 wird die europäische Aufklärung angesichts ihrer Spätfolgen auch als unabgeschlossenes und ambivalentes Projekt gedeutet, etwa in der Frankfurter Schule ; in jüngerer Zeit wird Aufklärung überdies als unvollendeter gesellschaftlicher Emanzipationsprozess gewertet, der auch im 21.

Jahrhundert der Fortführung bedürfe, so etwa von der Giordano-Bruno-Stiftung, Analoge Emanzipationsprozesse, ihr Fehlen oder ihre Notwendigkeit werden auch bei anderen Kulturen diskutiert. Die Denkannahmen der Aufklärung stehen im Zentrum der Kritik der Theoretiker der Postmoderne, während die meisten Geistes- und Sozialwissenschaftler sich weiterhin in der Moderne verwurzelt sehen und sich positiv auf die Gedanken der Aufklärung beziehen.

Ist die Aufklärung gescheitert?

„Gescheiterte Aufklärung?” – Interview mit Georg Cavallar Anlässlich des Erscheinens des Buches haben wir mit dem Autor über sein aktuelles Werk und die unterschiedlichen Konzeptionen von „Aufklärung” gesprochen. Ein Jahr nachdem Ihr Titel „Islam, Aufklärung und Moderne” erschienen ist, haben Sie nun mit dem Titel „Gescheiterte Aufklärung?” nachgelegt.

  • Was hat Sie zu der Titelformulierung motiviert? In Diskussionen und Publikationen wird manchmal behauptet, die Aufklärung wäre gescheitert.
  • Bei dieser pauschalen Behauptung fällt auf, dass oft gar nicht genau definiert wird, was mit Aufklärung gemeint ist.
  • Wie kann ich von etwas, das ich noch nicht präzise bestimmt habe, aussagen, es sei gescheitert? In diesen Fällen ist sehr häufig mit „der Aufklärung” alles Mögliche gemeint: die Moderne, der Individualismus, die Säkularisierung, der Atheismus, die Trennung von religiöser und politischer Sphäre etc.

Auch diese Schlagwörter sind dann unterbestimmt. Insgesamt also eine höchst unbefriedigende Situation. Mit meinem Buch möchte ich dieses undifferenzierte Denken in Frage stellen. Zunächst einmal mit einer Untersuchung der verschiedenen Konzeptionen von Aufklärung.

  • Welche Konzeptionen von Aufklärung meinen Sie damit? Aufklärung kann erstens ganz allgemein als interkulturelles Phänomen von Rationalisierungsprozessen verstanden werden.
  • Deshalb ist es auch sinnvoll, etwa von einer „islamischen Aufklärung” zu sprechen.
  • Im engeren Sinn sprechen wir zweitens von einer „europäischen Aufklärung”.

Bei diesem Epochenbegriff ist die Kultur- und Geistesgeschichte von Europa, Nord- und Lateinamerika von ungefähr 1650 bis 1800 gemeint. Innerhalb der europäischen Aufklärung gibt es natürlich starke regionale und chronologische Unterschiede. Die frühe Aufklärung unterscheidet sich zum Beispiel von der so genannten Spätaufklärung.

  1. Die Aufklärung war insgesamt sehr heterogen.
  2. Meinen Sie, dass es einen „kleinsten gemeinsamen Nenner” für diese europäische Aufklärung des 18.
  3. Jahrhunderts gibt? Die Fachwissenschaft ist sich nicht einig – manche verzichten überhaupt auf den Oberbegriff „europäische Aufklärung”.
  4. Ich plädiere hier für einen „mittelfesten” Begriff von Aufklärung, wie es Werner Schneiders nannte.

Kennzeichen sind die verstärkte Wendung zur eigenen Vernunft, zum Individuum und zu seiner Geschichte. Die Aufklärer haben auch die verschiedenen wissenschaftlichen Bereiche oder Disziplinen weiter ausdifferenziert. Sie alle sagten – wie schon erwähnt – der Unwissenheit, dem Unverstand, Aberglauben und Vorurteilen den Kampf an.

  1. Ich nenne den letzten Aspekt die „Aufklärung des Verstandes”.
  2. Innerhalb der europäischen Aufklärung unterscheide ich jedenfalls zwischen einer „Aufklärung des Verstandes”, der Aufklärung durch Wissenschaft, dem emanzipatorischen Aufklärungsbegriff und der Aufklärung der Vernunft.
  3. Worin unterscheidet sich denn die „Aufklärung des Verstandes” von den anderen Konzeptionen von Aufklärung? Kurz gesagt versucht Aufklärung durch Wissenschaft Unwissenheit, Unverstand, Aberglauben etc.

durch Wissenschaft, wissenschaftliche Methoden und wissenschaftliches, also vor allem methodisches, auf Erfahrung bezogenes Denken zu überwinden. Das ist die Kurzformel für das szientistische Aufklärungsmodell, das die französischen Enzyklopädisten ganz prominent vertreten haben.

  1. Der emanzipatorische Aufklärungsbegriff hat eine andere Zielsetzung.
  2. Ziel ist die Befreiung von unterschiedlichen Formen der Bevormundung.
  3. Das können soziale, religiöse, politische oder kulturelle Fesseln und Unfreiheiten sein, die vor dem „Forum der Vernunft” nicht begründet werden.
  4. Schließlich vertreten manche späten Aufklärer wie Rousseau, Kant oder Humboldt eine „Aufklärung der Vernunft”.

Im Mittelpunkt steht das reflexive, vor allem das selbstreflexive Selberdenken. In Ihrem Buch erzählen Sie vom „Test of Ridcule”. Anfang des 18. Jh. schlug der Earl of Shaftesbury vor, durch die „Probe des Lächerlichen” zu testen, wer „wahre Religiosität” und wer „enthusiastische religiöse Schwärmerei und blindem Fanatismus” verfolge.

  1. Ann man diesen Test heute noch einsetzen oder ist uns diese Möglichkeit abhandengekommen? Schon Aufklärer wie haben gegen diesen „Test des Lächerlichen” Bedenken angemeldet.
  2. Er kann verletzend und respektlos sein.
  3. Ich denke, heute kommt es darauf an, Menschen mit unterschiedlichen Religionen und Weltbildern zu respektieren und gleichzeitig Kritik an Formen des Fanatismus, des Dogmatismus und der Intoleranz zu üben – mit einer reflexiven Haltung.

Diese selbstreflexive Einstellung oder „Denkart” besteht darin, etwa anzuerkennen, dass Fanatismus, Dogmatismus und Intoleranz nicht nur in der Gruppe gefunden werden kann, die man selbst ablehnt: etwa den Neonazis, den Linken, den Muslimen und Muslimas, den Trump-Fans.

Sondern vielleicht auch bei mir selbst, bei meinen Freunden und Bekannten, bei der Gruppe, der ich angehöre. Warum muss Aufklärung immer wieder, mit jeder Generation neu begonnen werden? Plump formuliert: weil Selberdenken nicht vererbt werden kann. Wir Erwachsenen können Anregungen schaffen, in den Familien, Schulen, Universitäten, Religionsgemeinschaften und in anderen Institutionen.

Aber es gibt keine Garantie, dass diese Anregungen auch angenommen werden. Kant definierte auch deswegen Aufklärung als „Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit”. Wie kann es gelingen, Menschen zum Selberdenken anzuregen? Wer die Möglichkeit hat, sich selbst aufzuklären, aber von diesen Anregungen und Angeboten keinen Gebrauch macht, bleibt eben in selbst verschuldeter Unmündigkeit.

  • Anregungen können ganz unterschiedlich ausfallen: zum Beispiel indem ich als Lehrer im Unterricht eine These vertrete und dann die Schüler/-innen auffordere, diese These mit Argumenten in Frage zu stellen.
  • Wichtig ist es, auf dogmatische Fixierungen zu verzichten.
  • Unsinnig ist auch das andere Extrem, nämlich zu behaupten, dass es sowieso keine Wahrheit gebe und alles „irgendwie” gleich falsch und richtig, unmoralisch und moralisch sei.

Dieser Prozess der Aufklärung hat auch bestimmte politische Voraussetzungen, etwa eine Sphäre der Öffentlichkeit oder einen Rechtstaat. Wo begegnet uns heutzutage Aufklärung und wie kann man zu einem Gelingen der Aufklärung beitragen? Ich denke, sie passiert überall dort, wo sich Menschen kritisch, selbstreflexiv und selbstdenkend über sich selbst, unsere Welt, unser Verhältnis zu ihr und über den Sinn und Zweck des Lebens Gedanken machen.

Das kann in einem islamischen Religionsunterricht genauso stattfinden wie in einer Diskussion über globale Erwärmung oder den Terrorismus. Aufklärung gelingt in einer Gemeinschaft, die bereit ist, Räume für dieses selbstreflexive und kritische Denken zu schaffen. In diesem Zusammenhang möchte ich mich ganz besonders bei der Österreichischen Forschungsgemeinschaft für die großzügige finanzielle Unterstützung der Drucklegung bedanken.

Ist die Aufklärung gescheitert? Auch eine plakative Frage, die wiederum eine differenzierte Antwort erfordert. Verstehen wir unter Aufklärung den Kampf gegen Unwissenheit, Halbbildung, Vorurteile, gegen Aberglauben, religiösen und ideologischen Fanatismus, gegen Dogmatismus und engstirniges Denken? In diesem Fall kann Aufklärung nie an ihr Ende kommen, sie kann aber auch bei Individuen und Gruppen klar scheitern.

Solange es allerdings Menschen gibt, die bereit sind, von ihrer eigenen Vernunft einen kritischen Gebrauch zu machen, kann Aufklärung auch nicht endgültig scheitern. Wir danken Herrn Dr. Cavallar für das Interview und der für die großzügige finanzielle Unterstützung der Drucklegung. Fachbereich(e):,,

Schlagwort(e),,,,,, Diese Seite als hinzufügen. : „Gescheiterte Aufklärung?” – Interview mit Georg Cavallar

See also:  Wie Reagiert Der Staat Auf Die Raf?

Was waren die politischen Überlegungen der Aufklärung?

Die enthüllte Wahrheit im Kreis der Künste und Wissenschaften. Illustration in der Enzyklopädie von 1772 Als Vordenker der Aufklärung ( französisch (les) philosophes des Lumières, englisch Enlightenment figures, niederländisch Verlichtingsdenkers ), auch kurz Aufklärer, werden Personen der europäischen und nordamerikanischen Geistesgeschichte im Zeitalter der Aufklärung bezeichnet, die das Denken mit den Mitteln der Vernunft von Vorurteilen und Aberglauben zu befreien suchten.

Sie bemühten sich um die Entwicklung von Wissenschaft und Bildung als Basis eines technischen, kulturellen und politischen Fortschritts und begründeten ihre Auffassung, der freie Bürger könne, eigenständig denkend, nur an Verfassung und Recht gebunden, sein Leben selbst bestimmen. Nicht alle Vordenker der Aufklärung teilten diesen verbreiteten Kultur- und Geschichtsoptimismus.

Das epochale Hauptwerk der Aufklärung ist die Enzyklopädie, herausgegeben von Denis Diderot und Jean-Baptiste le Rond d’Alembert, Der Grundgedanke vieler Aufklärer – darunter der meisten Enzyklopädisten – besagte, dass die Vernunft im Stande sei, die Wahrheit ans Licht zu bringen und Tugenden zu fördern.

  1. In einer Vor- oder Frühphase der Aufklärung vollzogen sich eine Loslösung der politischen Macht von der Religion ( Säkularisierung ) und eine starke Zentralisierung um einzelne Herrscherpersönlichkeiten ( Absolutismus ).
  2. In der weiteren Entwicklung versuchten sich die Untertanen von dieser Macht zu emanzipieren.

Daraus ergab sich eine Bewegung entweder zu einer eher demokratischen Staatsauffassung in einer Republik oder in einer konstitutionellen Monarchie, In einer Verfassung sollten Bürger- und Menschenrechte garantiert werden. Die Herrscher des aufgeklärten Absolutismus, die selbst mit einigen Gedanken der Aufklärer sympathisierten, gewährten zahlreichen Verfolgten zeitweise Asyl und boten ihnen Publikationsmöglichkeiten.

Die Ideen der meisten Aufklärer sind in der Philosophie der Antike und dem Denken und Forschen der Renaissance verwurzelt, während das Mittelalter insgesamt kritisch gesehen wurde. Die natur- und geisteswissenschaftlichen Positionen der Aufklärer waren durchaus nicht einheitlich und wirken bis in die Gegenwart.

Die Grundlagen der modernen Wissenschaften beruhen zu einem großen Teil auf Vorarbeiten der Aufklärer. Während in Frankreich häufig Voltaire als der bedeutendste Aufklärer gesehen wird – man spricht vom Jahrhundert Voltaires –, wird im angelsächsischen Raum oft David Hume als der größte Aufklärer betrachtet.

Wer kritisierte die Aufklärer vor allem?

Neues politisches Bewusstsein – Nicht nur für die Bildung, in der Religion und den Wissenschaften forderte man nun die Einbeziehung des Verstandes. Auch in der Politik wurden neue Vorstellungen entwickelt. So forderten die Aufklärer Gleichheit und Freiheit unter den Menschen.

  • Die Mehrheit des französischen Volks (und auch sonst in Europa) war aber nicht frei.
  • Die Bauern lebten unter der Knechtschaft ihrer Herren, sie trugen die Hauptlast.
  • Das neue politische Denken stellte die alte Ordnung in Frage.
  • Montesquieu Ein Vordenker der Aufklärung war Montesquieu (1689-1755).
  • Er hatte ein Modell der Gewaltenteilung entworfen.

Danach sollte die Macht nicht allein bei einer Person liegen, sondern geteilt werden. In Frankreich war es aber so, dass die alleinige Macht beim König lag. Er konnte nach Lust und Laune Gesetze erlassen oder Menschen ins Gefängnis stecken. Niemand kontrollierte ihn.

Montesquieu aber wollte diese Macht aufteilen: der die Gesetze erlässt (Gesetzgebung, das ), sollte ein anderer sein, als der, der für ihre Einhaltung sorgt (Regierung, aber auch Polizei). Wiederum jemand anderes sollte für die Bestrafung bei Nichteinhaltung der Gesetze sorgen (Gerichte). Diese Teilung der Macht ist einer der Grundgedanke der Demokratie.

Rousseau Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) war ein wichtiger Wegbereiter für die Französische Revolution. Der Philosoph sah nämlich den Besitz als Ursache für die Ungleichheit unter den Menschen an. Er übte Kritik an den Gesetzen, die diese ungerechten Verhältnisse schützten.

  • Voltaire Auch Voltaire (1694-1778) war ein bedeutender Philosoph der Aufklärung.
  • Er kritisierte den Absolutismus und die Feudalherrschaft und wurde so ebenfalls zu einem Wegbereiter für die Französische Revolution.
  • Anders als Rousseau glaubte er, dass es immer Arme und Reiche geben werde – aber vor dem Gesetz sollten alle Bürger gleich sein.

Dafür setzte er sich ein. Das aufklärerische Denken verbreitete sich durch Debattierclubs, in Salons und Kaffeehäusern. Vor allem das Bildungsbürgertum nahm regen Anteil an politischen Diskussionen und philosophischen Gesprächen. Dazu gehörten Ärzte, Anwälte oder Lehrer.

Wie begründen die Aufklärer das Widerstandsrecht?

Einleitung – Die rechtsphilosophische Auseinandersetzung mit diesem Gedanken wird seit der Antike betrieben und hatte ihren Ausgangspunkt in dem Streit um die Legitimation des Tyrannenmordes, Von da an wurde die Diskussion zusehends abstrahiert und es entwickelte sich der abstrakte Gedanke eines allgemeinen übergesetzlichen Widerstandsrechts.

Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Auseinandersetzung mit der Legitimation geschriebenen Rechts und die Frage nach einem allgemeinen übergesetzlichen Prinzip, dem sich alles geschriebene Recht unterzuordnen habe. In der Antike erhoben die Sophisten bereits den Einwand, geschriebenes Gesetz sei nur Ausgeburt der Macht und könne für sich gesehen keine Legitimation beanspruchen, nur weil es eben geschrieben stehe.

Demgegenüber bildete sich der Rechtspositivismus heraus, der seinerseits die Legitimation von Gesetzen rein in ihrer Positivierung begriff und Legitimation auch nur aus geschriebenem Recht herleiten wollte. Auf der Suche nach einem allgemeinen übergesetzlichen Rechtsprinzip prägte Aristoteles den Begriff des Höchsten Guts, von anderen (z.B.

Der Stoa ) wurde das Naturrecht als Legitimationsquelle bemüht, auch das göttliche Recht (jus divina) wurde herangezogen. Das Postulat eines allgemeinen Widerstandsrechts ist eine Folge dieser Erkenntnisse: Geschriebenes Recht und Gesetz muss sich an der Freiheit (die nicht als bloße Abwesenheit von Zwang verstanden werden will) messen lassen können.

Wer also die Freiheit beseitigen will, beseitigt den allgemeinen Maßstab, nach dem nur Recht recht(ens) sein kann (dieses Wortspiel ist in der Tat in der Rechtsphilosophie immer wieder bei der Frage „quid sit iuris” gespielt worden). Im deutschen Verfassungsrecht wird diese Freiheit als freiheitliche demokratische Grundordnung beschrieben und fußt ihrerseits nach dem Grundgesetz auf den in den Art.1 und Art.20 GG niedergelegten, eingangs genannten Grundsätzen.

So steht also jedem Deutschen – das Widerstandsrecht ist eben nicht als Menschenrecht konzipiert, sondern als Bürgerrecht – das Recht zu, Widerstand in den genannten Formen zu leisten, wenn diese Grundsätze beseitigt werden sollen und andere Abhilfe nicht möglich ist. Von der Herleitung verschieden, aber im Ergebnis gleich hat es auch andere philosophische Ansätze gegeben.

Montesquieu formulierte das 1721 in den Persischen Briefen so: Wenn ein Fürst, weit davon entfernt, seine Untertanen glücklich leben zu lassen, sie unterdrücken und vernichten will, so endet die Grundlage des Gehorsams ; nichts bindet sie mehr, nichts knüpft sie mehr an ihn; und sie kehren wieder in ihre natürliche Freiheit zurück.1776 wird in der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung die Loslösung von der britischen Krone mit dem Widerstandsrecht begründet, welches auf den Calvinismus und den englischen Aufklärer John Locke zurückgeht.

Was spricht gegen die Aufklärung?

Edmund Burke und die Ungleichheit der Menschen – Kaum geriet aufklärerisches Gedankengut in öffentlichen Umlauf, bekämpften es Staat und Kirche auch schon – mit Verfolgung, Zensur, Verleumdung. Als die Aufklärung Mitte des 18. Jahrhunderts immer mehr Bedeutung im öffentlichen Diskurs gewann, sahen sich jedoch auch die staatstreuen Intellektuellen genötigt, sich mit der Materie ernsthaft auseinander zu setzen.

Erzkonservativ: Edmund Burke In Großbritannien erkannte zwar Edmund Burke (1729-1797), der „Vater des Konservatismus”, das aufklärerische Vernunftprinzip zumindest partiell an, betonte aber die vermeintliche Ungleichheit der Menschen und leitete davon die „göttliche Ordnung” der adelsgestützten Monarchie ab.

In Preußen wetterte unter anderem der Philosoph Johann Georg Hamann (1730-1788) gegen die Aufklärung. Sein hanebüchener Anwurf, ein allzu rigider Vernunftglaube führe zur Ausbildung autoritärer Strukturen und damit zur Bevormundung der Menschen, war das klassische Totschlagargument seiner Zeit.

  1. Und absolut grotesk: Denn mit Hilfe der Aufklärung sollte ja gerade die Bevormundung aufgehoben werden.
  2. Interessanterweise ist dies ein Vorwurf, der bis in die heutige Zeit immer wieder formuliert wird.
  3. Das Argument ist gestern wie heute gleich in doppelter Hinsicht fadenscheinig.
  4. Zum einen weil der Einsatz von Vernunft und die Emanzipation des Individuums auf der Basis der Freiwilligkeit erfolgt und zudem die Denkergebnisse des Einzelnen keineswegs vorwegnehmen will.

Es handelt sich mitnichten um einen Prozess der Zwangsbeglückung. Zum anderen wird das Argument gerade von denjenigen Kräften bemüht, die die Emanzipation verhindern wollen, die Menschen also mehr oder minder direkt bevormunden oder manipulieren. So ist es auch kaum verwunderlich, dass der Aufklärungskritiker Hamann vor einer Überhöhung der Vernunft zu einem „transzendentalen Aberglauben” warnte, selbst aber das Christentum als den einzig wahren Weg (der Erkenntnis) predigte.

  1. Hier fließen geistige Auseinandersetzung und kühle Machtpolitik ineinander.
  2. Herrscherstaat und Kirche – im Übrigen beide Konfessionen – gingen im Schulterschluss gegen die Aufklärer vor, indem sie zum Beispiel die Revolutionäre in Frankreich als – damals verfemte – Freimaurer und Illuminaten diffamierten.

Die unteren Chargen der Gegenaufklärung setzten die „Freygeisterey” mit der Häresie früherer Jahrhunderte gleich. Mit dem Propagandamärchen, dass dunkle Mächte am Werk seien, sollten Ängste in der Bevölkerung geschürt werden, um die gesellschaftspolitischen Reformprojekte (Menschenrechte, Demokratie, Bildung etc.) der Aufklärer zu schwächen.

Welche Epoche wird in der Aufklärung kritisiert?

Tanz – Modischer Druck einer Tanzschrittfolge „The friendship: Mr. Isaac’s new dance for the year 1715″ Der Gesellschaftstanz hatte seine mittelalterliche Verurteilung überwunden und im 14. und 15. Jahrhundert vor allem in Italien großen Aufschwung genommen. Im erstarkenden Absolutismus hatte er neben der geselligen auch eine disziplinierende Funktion, vor allem für den in zentrale Hofgesellschaften zusammengezogenen Adel, wie es Norbert Elias als „Verhöflichung des Adels” beschrieben hat.1653, nach Niederschlagung der Fronde, einer Reihe von Aufständen in seinem Reich, tanzt der „Sonnenkönig” Ludwig XIV.

  1. Ein Ballett, in dem er die aufgehende Sonne darstellt, umkreist von seinen Hofbeamten als Planeten.
  2. Dies wird zum Programm seiner Herrschaft.
  3. Als Nebenprodukt des Gesellschaftstanzes entwickelt sich das militärische Exerzieren, das in Exerzierreglementen festgelegt wird.
  4. Das Menuett, das Ludwig 1660 angeblich als erster getanzt hat, verbreitet sich mit beispielloser Geschwindigkeit in der ganzen westlichen Welt und bleibt bis zum Beginn des 19.

Jahrhunderts eine Schule des Verhaltens. Tanz bedeutete Ordnung, und Ordnung war im zersplitterten und von Kriegen heimgesuchten Europa attraktiv. Mit dem höfischen Tanz konnte ein großer Teil der Bevölkerung demonstrieren, dass man die gesellschaftlichen Regeln kannte und diese Regeln beherrschte.

Einstudiert wird eine hochartifizielle Tanzkultur, die von komplizierten Schrittfolgen und komplexen Mustern lebt. In London und Paris kann man angesagte Tänze zu modischen Anlässen im Druck erwerben, um sich die Schrittfolgen anzusehen. Aus bürgerlichen Romanen des frühen 18. Jahrhunderts wird ersichtlich, dass der Tanz ein Bereich immensen Wettbewerbs war: Mit ihm konnte die Fähigkeit zu friedlicher, geregelter Konkurrenz demonstriert werden, bevor der Sport aufkam.

Die Handbücher zum Tanz gelten im frühen 18. Jahrhundert einer Kunstform, die enorme Körper- und Affektkontrolle verlangt. Der tänzerische Ausdruck Aplomb bezeichnet auch eine generelle Qualität des öffentlichen Auftretens. Die Tanzformen, die in der zweiten Hälfte des 18.

  • Jahrhunderts den Markt erobern, streben nach einer „schlichten” Natürlichkeit: eine Erfüllung aufklärerischer Vorstellungen.
  • Bald jedoch wird die Schlichtheit durch spektakuläre, sinnliche und sportliche Formen überwunden.
  • Symptomatisch sind die Passagen in Goethes Die Leiden des jungen Werthers (1774), in denen Walzer getanzt wird – gezielt, um in einen Sinnentaumel zu geraten.

Man kann hier den Aufstieg einer bürgerlichen Kultur beobachten, die sich von Vorgaben der Adelskultur des 17. Jahrhunderts distanziert. Gleichzeitig sind Vernunft und Ordnung nicht mehr die zentralen Ideale. Deutlich sind die Bemühungen im Lauf des Jahrhunderts, den Tanz unabhängig von höfischen Verhaltensregeln zu einer allgemein verbindlichen Sprache der Ausdrucksgesten zu erklären.

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